Kanalnetze, als zentrale Elemente der städtischen Entwässerung, sind ein komplexes und auch zunehmend kritisches Thema. Eine präzise und detailgetreue Modellierung dieser Systeme ist unerlässlich, um die Funktionalität und Nachhaltigkeit der gesamten Infrastruktur zu gewährleisten. Hier kommt das IFC-Format ins Spiel, das es ermöglicht, Kanalnetze detailliert und strukturiert zu erfassen und mit anderen Gewerken zu koordinieren.
In diesem Beitrag möchte ich einmal aufzeigen, wie der Standardexport von klassischen Softwarelösungen so ergänzt werden kann, damit ein Modell mit den Entitäten der Leitungsplanung wie den Rohrkomponenten und Verbindungselementen entsteht.
Die meisten Software-Exporte formulieren ihre Komponenten wie folgt als Allgemeinkörper (IFCBULIDINGELEMENTPROXY):
#1000= IFCBUILDINGELEMENTPROXY(IfcGloballyUniqueId,IfcOwnerHistory,$,$,$,IfcLocalPlacement,IfcProductDefinitionShape,$,$);
Um die Entität des Objektes zu verändern, muss man lediglich die Zuweisung ändern und ggf. die Parameter anpassen. Im Beispiel habe ich „IFCBUILDINGELEMENTPROXY“ in „IFCFLOWSEGMENT“ geändert und den letzten Parameter entfernt.
#1000= IFCFLOWSEGMENT(IfcGloballyUniqueId,IfcOwnerHistory,$,$,$,IfcLocalPlacement,IfcProductDefinitionShape,$);
Nun wollen wir alle Rohrkomponenten auch einem System zuordnen, um sie im Gesamtmodell zuordnen zu können. Hierfür muss zunächst ein „IFCSYSTEM“ neu angelegt werden.
#3000= IFCSYSTEM(IfcGloballyUniqueId,IfcOwnerHistory,'Abwassersystem',$,$);
Dem System können anschließend alle entsprechenden Rohrkomponenten (im Beispiel eine Komponente #1000) zugeordnet werden.
#3001= IFCRELASSIGNSTOGROUP(IfcGloballyUniqueId,IfcOwnerHistory,$,$,(#1000),$,#3000);
Zusätzlich können wie bei anderen Entitäten auch, Typen von Komponenten (im Beispiel „IFCPIPESEGMENTTYPE“) definiert und den einzelnen Bauteilen mittels „IFCRELDEFINESBYTYPE“ zugeordnet werden.
#3002=IFCPIPESEGMENTTYPE(IfcGloballyUniqueId,IfcOwnerHistory,'Kanaltyp XY',$,$,$,$,$,$,.NOTDEFINED.);
#3003=IFCRELDEFINESBYTYPE(IfcGloballyUniqueId,IfcOwnerHistory,$,$,(#1000),#3002);
Mit diesen Änderungen kann man aus einem Standardexport eine angepasste IFC-Datei erstellen, die die jeweiligen Entitäten der Kanalkomponenten abbildet.
Das Ergebnis könnte wie folgt aussehen:

einfacher IFC Export einer Software für Kanalplanung

angepasste IFC-Datei mit Zuordnung der Objekte zu den jeweiligen IFC-Entitäten und einem Netz-Systems
Eine Anmerkung zum Schluss: Für die Erstellung und Kontrolle von IFC-Dateien mit eigenen Skripten eignet sich „Solibri Anywhere“ aktuell am besten, da bei Problemen geeignete Fehlermeldungen erzeugt werden, die auf die jeweiligen Stellen in der Datei verweisen. Alternativ ist auch der „FZK Viewer“ des Institut für Automation und angewandte Informatik des KIT zu empfehlen.